"Hoher" Blutzucker morgens - warum?

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Siesta
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Re: RE: Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Siesta » 4. August 2016, 18:23

Das soll jeder halten wie er /sie will. Darum sind wir alle so verschieden . Wenn aber jemand Sorge um seinen BZ hat, ist dies eine Erklaerung dafuer . Wenn du keine BZ Probleme hast , ist doch alles gut .

LG
Lilly
Blutzuckerprobleme habe ich gsd nicht.
Ich frag auch nur, weil mich das jetzt irgendwie verunsichert hat. Es heißt ja immer, möglichst wenig KH...
Zuviel Eiweiß ist natürlich ebenso kontraproduktiv, klar, aber 1,2-1,5 finde ich jetzt nicht soooo viel. Oder?
Wobei ich an die 1,5 eigentlich nie drankomme.

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cassiopeia23
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon cassiopeia23 » 4. August 2016, 18:56

Ich finde die 1,5 auch nicht viel.
Manche neigen jedoch dazu, mehr Eiweiß zu essen, deshalb habe ich es so geschrieben.

Speckmaus
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Speckmaus » 5. August 2016, 12:23

Vielen Dank für eure Antworten.

Leider bin ich jetzt fast noch mehr beunruhigt wegen dem hohen Wert :-( Ich habe bisher 25 Kilo abgenommen mit lchf in den letzten 7 Monaten und ich dachte eigentlich,dass das und die kohlenhydratarme Ernährung gute Auswirkungen auf den Blutzucker hat. Aber wenn ich damals schon einen Nüchternblitzucker mit so einem Wert gehabt hätte, dann hätte mein Arzt bestimmt mal was dazu gesagt. Das ich mit der Insulinresistenz eine Form von Prädiabetes habe, war mir klar, aber der Ausdruck latenter Diabetes erschreckt mich dann doch... Oder ist das das selbe?

Habt ihr einen Tipp für mich, wie bzw wann ich jeweils in der nächsten Zeit den Blutzucker am besten messen sollte, um herauszufinden, wie der sich so genau verhält? Ich habe mal gelesen, dass der Wert nach dem Essen aussagekräftiger sein soll als der Wert im nüchternen Zustand. Stimmt ihr dem zu?
Wie lange nach dem Aufstehen/Essen sollte die Messung erfolgen?

Vielen Dank von der leicht verunsicherten Speckmaus

PS: @cassiopeia: Glückwunsch zum UHu ;-)

Silly Lilly
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Silly Lilly » 5. August 2016, 13:21

Hallo Speckmaus ,
da tut mir sehr leid , dass du dir jetzt so grosse Sorgen machst .
Ich persoenlich bin da eigentlich sehr vorsichtig irgentwelche Mutmassungen anzustellen . Doch um Gewissheit zu bekommen , wuerde ich auch mal einen Arzt befragen .
Dein Nuechternwert ist etwas hoeher als normal und wenn ich dich richtig verstanden haben , auch immer im ueber 100 mg/dl Bereich . Das kann schon ein latenter Diabetes sein . Es kann aber auch noch Jahre dauern bis sich da was tun .
Dein Hausarzt wird dir da bestimmt mehr zu sagen . Ich wuerde auf jeden Fall von deiner Ernaehrung berichten . Denn damit hast du die besten Chancen gegen einen Diabetes .
Wenn du mal nach den Essen testen willst , ca eine Stunde spaeter und dann nochmal eine Stunde spaeter , muesste eigentlich reichen .

Alles Gute

Lilly

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cassiopeia23
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon cassiopeia23 » 5. August 2016, 13:57

Hallo Speckmäusle,

ich sehe es genau so wie Lilly. Wenn du dir Sorgen machst, lass es lieber von einem Arzt abklären.
Der BZ-Bereich, wo du dich jetzt bewegst, ist nicht besorgniserregend, aber mit Sicherheit ein Hinweis dafür, dass eine Diabeteserkrankung entstehen könnte.

Zu deiner Frage mit Prädiabetes und latentem Diabetes. Mein Wortwahl war nicht glücklich gewählt. Eigentlich wollte ich ausdrücken, dass die Erkrankung bei dir noch nicht manifestiert hat. Also, ich meinte nicht LADA (Latent Auotoimmune Diabtetes in Adults), der eine Unterform von Typ 1 Diabetes ist. LADA trägt Merkmale sowohl von Typ 1 als auch von Typ 2.
Bitte entschuldige für die Vetwirrung.

Lass dir mal einen Termin beim Arzt geben, dann weißt du mehr und wirst hoffentlich professionell beraten.

Liebe Grüße

Nutmeg
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Nutmeg » 19. August 2016, 11:48

Hallo,

mich plagt eher das gegenteilige Problem (mache dazu gleich auch noch einen eigenen Thread auf), aber bei meiner Recherche bin ich unter anderem auf das hier auch schon einmal erwähnte Dawn-Phänomen gestoßen. Eine Diabetes-Seite erklärt es so:

"From about 2 AM to 8 AM, most people’s bodies produce hormones, including cortisol, glucagon, and epinephrine. All these hormones increase insulin resistance and tell the liver to make more glucose. The idea is to get you enough glucose to get out of bed and start the day. The whole process is apparently started by growth hormones.

Everyone has a dawn phenomenon. Otherwise they’d be too weak to get breakfast. But in people without diabetes, insulin levels also increase to handle the extra glucose. People with diabetes can’t increase insulin levels that much, so their early morning blood glucose levels can rise dramatically."
http://www.diabetesselfmanagement.com/b ... henomenon/

(Etwa zwischen 2 und 8 Uhr nachts produzieren die Körper der meisten Menschen Hormone, darunter Cortisol, Glucagon und Epinephrin. All diese Hormone sorgen für eine erhöhte Insulinresistenz und signalisieren der Leber, mehr Glukose zu produzieren. Das Ziel ist, für genug Glukose zu sorgen, damit der Mensch aufstehen und in den Tag starten kann. Dies wird anscheinend durch Wachstumshormone gesteuert.

Jeder hat dieses Dawn-Phänomen, denn sonst wären wir zu schwach, um uns Frühstück zu machen. Bei Menschen ohne Diabetes erhöhen sich dabei aber auch die Insulinwerte, um mit der erhöhten Glukose zurechtzukommen. Bei Menschen mit Diabetes funktioniert diese Erhöhung nicht richtig. Daher kann ihr Blutzucker am frühen Morgen dramatisch ansteigen.)

Chris Kresser diskutiert "Was ist eigentlich ein normaler Blutzuckerwert" und erklärt erhöhte Fastenwerte in Kombination mit low carb so:
"...very low-carb diets will produce elevated fasting blood glucose levels. Why? Because low-carb diets induce insulin resistance. Restricting carbohydrates produces a natural drop in insulin levels, which in turn activates hormone sensitive lipase. Fat tissue is then broken down, and non-esterified fatty acids (a.k.a. “free fatty acids” or NEFA) are released into the bloodstream. These NEFA are taken up by the muscles, which use them as fuel. And since the muscle’s needs for fuel has been met, it decreases sensitivity to insulin."
http://chriskresser.com/when-your-%E2%8 ... al-part-2/

(Low carb-Ernährung sorgt für eine Insulinresistenz. Das Reduzieren der KH sorgt für eine natürliche Absenkung des Insulinspiegels. Das wiederum aktiviert die hormonempfindliche Lipase. Fettgewebe wird abgebaut und nicht-veresterte Fettsäuren (freie Fettsäuren) werden ins Blut abgegeben. Diese Fettsäuren werden von der Muskulatur aufgenommen und als Treibstoff benutzt. Also ist der Energiebedarf der Muskeln gedeckt, und deshalb wird die Insulinempfindlichkeit reduziert.)

Das mal so in den Raum gestellt. Ob das gut oder schlecht ist, fällt mir schwer zu beurteilen :)

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Kräutergeist
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Kräutergeist » 19. August 2016, 13:31

Mir fällt es vor allem schwer letzteres zu glauben.
Denn wenn ich weniger Insulin produziere müssen meine Zellen wieder lernen darauf zu reagieren. Sie verlernen es ja eben, weil sie bei vielen KH in der Ernährung und dadurch ständig hohen Blutzuckerspitzen oder auch einem dauerhaft (etwas) erhöhen Blutzucker einfach abstumpfen in ihrer Sensibilität. Das ist doch auch der Grund, warum hier so viele Diabetiker so gute Erfahrungen mit LCHF gemacht haben.
I can. I will. End of Story.

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Silly Lilly
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Silly Lilly » 19. August 2016, 14:21

Hallo Nutmeg ,
(Low carb-Ernährung sorgt für eine Insulinresistenz. Das Reduzieren der KH sorgt für eine natürliche Absenkung des Insulinspiegels.
Das stimmt !
Aus diesem Grund muessen Lowcarber min. 3-4 Tage vor einem Zuckerbelastungstest viele KH essen . Tun sie es nicht, waere der Test verfaelscht , einfach weil die Beta- Zellen wieder lernen muessen mehr zu arbeiten .
Aber genau das ist das Ziel . Die Insulinproduktion niedrig zu halten und die Beta- Zellen zu schonen .
Bei vielen Typ2 Diabetikern laeuft die Insulinproduktion auf Hochtouren , da oftmals nicht das Insulin das Problem ist sondern die Andockstellen bei den Zellen , in die das Insulin hinein muss . Das ist die Insulinresistenz, bei der ganz viel Insulin produziert wird aber nicht verbraucht wird . Darum stellt sich bei vielen Typ2 Diabetikern mit der Zeit die Insulinproduktion ein und dann muessen sie auch Insulin spritzen
Also ist der Energiebedarf der Muskeln gedeckt, und deshalb wird die Insulinempfindlichkeit reduziert.)
Kann ich nicht bestaetigen !

Ich bin seit ueber 27 Jahren Typ 1 Diabetiker und habe absolut kein Eigeninsulin mehr , d.h. ich muss alles zufuehren .
Ein normal gewichtiger Mensch braucht ca 40 Einheiten Insulin taeglich . Ich brauche im Augenblick ca 25 Einheiten , wenn ich wieder mit dem Laufen anfange sinkt die Menge auf unter 20 Einheiten und damit erhoehe ich meine Insulinempfindlichkeit .
Auch wenn der Energiebedarf durch die Ketose gedeckt ist brauchen wir trotzdem Insulin um die Glukose , die zugefuehrt wird , ( ja , Gemuese ist sehr, sehr wichtig ) und die durch die Glukoneogenese entsteht , zu verarbeiten .

Falls dich das Thema interessiert google mal Dr. Jason Fung , ein Doktor , der sehr viel mit dem Diet Doktor und Dr Bernstein zusammenarbeitet und sich mit dem Thema Diabetes sehr gut auskennt und auch ein Experte in der Low carb Ernaehrung ist.

LG
Lilly

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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon cassiopeia23 » 19. August 2016, 14:49

Danke Lilly, sehr gut geschrieben!
Hast mir das Schreiben erspart :-D

Meine Rest-BSPD produziert kein Insulin mehr. Vor LCHF war mein Insulinbedarf 100-120 IE, jetzt mit LCHF zw. 26-32 IE.
Blutzucker sehr-sehr stabil.
Ich esse ca. 30-35 g KH am Tag (zur Zeit etwas weniger, eher <20 g).

Rainer
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Re: "Hoher" Blutzucker morgens - warum?

Beitragvon Rainer » 20. August 2016, 09:49

(Low carb-Ernährung sorgt für eine Insulinresistenz. Das Reduzieren der KH sorgt für eine natürliche Absenkung des Insulinspiegels. Das wiederum aktiviert die hormonempfindliche Lipase. Fettgewebe wird abgebaut und nicht-veresterte Fettsäuren (freie Fettsäuren) werden ins Blut abgegeben. Diese Fettsäuren werden von der Muskulatur aufgenommen und als Treibstoff benutzt. Also ist der Energiebedarf der Muskeln gedeckt, und deshalb wird die Insulinempfindlichkeit reduziert.)

Das mal so in den Raum gestellt. Ob das gut oder schlecht ist, fällt mir schwer zu beurteilen :)
Hallo Nutmeg.

schau auf den Namen des Autors, dann fällt die Beurteilung sofort ganz leicht - es ist einfach nur hoch wissensschaftlich verpackter Schrott. :-o

Bei Chris Kresser musst du dich übrigens nicht mit Englisch abmühen. Er hat den gleichen Mist auch mehrfach auf Deutsch geschrieben, sogar als ganzes Buch davon. Dumm nur, dass er konsequent die Unterschiede zwischen der normalen physiologischen IR und krankhafter pathologischer IR ignoriert, beides in einen Topf schmeißt und allen Low Carbern mit dieser Verdrehung Angst einjagen will.

Es ist richtig, dass bei weniger Glukose im Blut die Muskelzellen insulinresistent geschaltet werden, damit die Glukose auch wirklich bei den Zellen ankommt, die sie unbedingt benötigen. Es ist auch richtig, dass am Morgen Stresshormone ausgeschüttet werden, die eine vermehrte Glukoseausgabe aus der Leber auslösen und dafür sorgen sollen, dass wir ordentlich wach werden. Es stimmt aber nicht, dass diese vermehrte Glukoseausgabe aus der Leber (bei Nichtdiabetikern) den BZ ansteigen lässt. Im Gegensatz zur krankhaften pathologischen IR wird die physiologische IR nämlich einfach zurückgeregelt, wenn sich mehr Glukose im Blut befindet und sie nicht mehr benötigt wird. Es handelt sich bei der physiologischen Insulinresistenz um einen vollkommen normalen und sehr gut funktionierenden Stoffwechselprozess. Wenn jemand wie Chris Kresser sich als Fachmann ausgibt und nicht einmal diese Unterscheidung treffen kann, dann ist es wohl mit seinem Fachwissen nicht sehr weit her.

LG Rainer
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