Low Carb trotz Depression?

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Luthy
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Low Carb trotz Depression?

Beitragvon Luthy » 14. Mai 2016, 09:32

Hallo zusammen,
ich muss gesundheitsbedingt meine Ernährung umstellen und Kohlenhydrate reduzieren und auch um Gewicht zu reduzieren, deshalb habe ich mich für LCHF entschieden. Ich leide seit 2010 immer wieder an depressiven Episoden, die dauern einige Zeit an (ca 3-5 Monate) und dann ist wieder ziemlich lange Ruhe. Zur Zeit, war ich in einer Depressionsfreien Phase. Seit 1 Woche habe ich jetzt Kohlenhydrate auf 30 g pro Tag reduziert. Anfangs gings mir sehr gut und hunger auf Süßes bzw. auf Zwischenmahlzeiten habe ich gar nicht und natürlich stellen sich aufgrund des anfänglichen Wasserverlustes erste positive Bilanzen auf der Waage ein, was mich eigentlich glücklich stimmt. Jedoch seit heute Morgen gehts mir psychisch nicht do besonders. Habe daraufhin das Internet befragt und auf verschiedenen Seiten, wird ein Zusammenhang von Low Carb und Depressionen beschrieben. Ich mache mir nun natürlich etwas sorgen, dass diese Diät sich negativ auf mein psychisches Wohlbefinden auswirken könnte. Da ich aber im Grunde bisher zufrieden war, dachte ich, ich behalte die Diät trotzdem mal bei und erhöhe einfach die KH Zufuhr ein wenig. Trotzdem wüede es mich interessieren ob es hier Leute gibt die trotz Depression Low Carb mechen und ob sich bei euch die Stimmungslage verbessert oder verschlechtert hat.
Vielen Dank schonmsl für Antworten :)
Liebe Grüße

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Anke16
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Re: Low Carb trotz Depression?

Beitragvon Anke16 » 14. Mai 2016, 13:51

Aus meiner Erfahrung nach vielen depressiven Jahren, hat mir kein Medikament und keine Therapie so gut geholfen, wie eine (sehr) kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung.

Das Problem dabei ist jedoch, dass man es, mit einer Depression im Nacken, sehr schwer hat erst einmal so weit durchzuhalten, bis die neue Ernährung auch richtig greifen kann. Ich habe min. 6 Monate, strengtes lchf (also absolut ohne Ausnahme), gebraucht um wirklich und wahrhaftig eine Wirkung zu spüren. Heute bin ich Anti-Drepessiva frei, ich habe alles auf eigenen Wunsch abgesetzt und kann auch ohne locker nebenbei Bäume ausreißen. ;)

Mein Tipp: Blutbild machen lassen, auch Vitamin D3 und Vitamin B12-Spiegel überprüfen! Und wenn die Werte nicht min. in Optimum sind, sondern lediglich im unteren Drittel dann subtituieren und zwar nicht zögerlich.

LG Anke

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cassiopeia23
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Re: Low Carb trotz Depression?

Beitragvon cassiopeia23 » 14. Mai 2016, 19:48

Liebe Anke,

das ist ein wahnsinns Erfolg, worauf du richtig stolz sein kannst!

LG

Sonnenfleck
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Re: Low Carb trotz Depression?

Beitragvon Sonnenfleck » 12. August 2016, 01:12

Hi, Luthy!

Ich habe heute zu dem Thema einen neuen Beitrag geschrieben ("LCHF und endogene Depression").
Zu Deiner Frage: Ich glaube, dass das sehr individuell ist. Jeder reagiert da anders.
Eine Depression ist fast immer aus dem Zusammenspiel verschiedener Einflussfaktoren endogener und exogener Art zusammengesetzt.
Kurzfristig gesehen hilft kohlenhydratreiche Nahrung in der Hinsicht, dass sie den Serotoninspiegel im Körper nach oben schnellen lässt. Allerdings sinkt dieser meist nach einiger Zeit wieder ab und man benötigt weitere kohlenhydratreiche Nahrung, um ihn wieder nach oben zu treiben.
Bei mir selbst habe ich sogar schon oft einen Reboundeffekt beobachtet: Nach stark kohlenhydrathaltiger Nahrung bei gedrückter Stimmung war ich danach kurzzeitig wahnsinnig happy (hoher Serotoninspiegel), aber schon nach kurzer Zeit dann noch unglücklicher als zuvor (Reboundeffekt). Dieser Verlauf ist auch charakteristisch für den Konsum bestimmter Drogen...
Was mich zu der Hypothese führte, dass der Körper von Menschen, die viele Kohlenhydrate konsumieren daran gewöhnt ist, weniger eigenes Serotonin zu produzieren, da es ja von außen mit der Nahrung zugeführt wird (ein wenig vergleichbar mit dem Prozess, der bei Drogensucht stattfindet). Das bedeutet, bei LCHF muss der Körper vielleicht auch erst wieder lernen, dass er mehr Serotonin produzieren muss. Dafür benötigt man Geduld und Durchhaltevermögen.
Wie Du in meinem Beitrag auch lesen kannst, würde ich Menschen, die für Depressionen anfällig sind empfehlen auf ihre Proteinmenge zu achten, da zu viele Proteine die Serotoninsynthese aus Tryptophan ebenfalls hemmen können.

Liebe Grüße
Sonnenfleck

Barillo
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Re: Low Carb trotz Depression?

Beitragvon Barillo » 16. August 2016, 09:37

Aus meiner Erfahrung nach vielen depressiven Jahren, hat mir kein Medikament und keine Therapie so gut geholfen, wie eine (sehr) kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung.

Das Problem dabei ist jedoch, dass man es, mit einer Depression im Nacken, sehr schwer hat erst einmal so weit durchzuhalten, bis die neue Ernährung auch richtig greifen kann. Ich habe min. 6 Monate, strengtes lchf (also absolut ohne Ausnahme), gebraucht um wirklich und wahrhaftig eine Wirkung zu spüren. Heute bin ich Anti-Drepessiva frei, ich habe alles auf eigenen Wunsch abgesetzt und kann auch ohne locker nebenbei Bäume ausreißen. ;)

Mein Tipp: Blutbild machen lassen, auch Vitamin D3 und Vitamin B12-Spiegel überprüfen! Und wenn die Werte nicht min. in Optimum sind, sondern lediglich im unteren Drittel dann subtituieren und zwar nicht zögerlich.

LG Anke
Dem schließe ich mich an: Gerade Vitamin D ist da denke ich ein oft unterschätzter Faktor!
Ich hatte meinen Wert im letzten Winter bestimmen lassen, als ich mich ständig matt und antriebslos gefühlt habe, und siehe da: Ich hatte einen richtigen Vitamin D-Mangel!
Seitdem ich supplementiere (im Winter) und jetzt im Sommer wirklich aktiv die Sonne suche und auch viel Fisch esse geht es mir deutlich besser :)

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april
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Re: Low Carb trotz Depression?

Beitragvon april » 25. August 2016, 11:17

Hallihallo,

also ich habe nie einen krassen Unterschied gemerkt, wobei ich sagen muss, dass ich aus der schweren Phase raus war, als ich damals mit LCHF begonnen habe. Trotzdem gab es immer wieder negativere Phasen und ich konnte nie einen direkten Zusammenhang zwischen Ernährung und Psyche finden.
Ich denke eher, dass es ein gesellschaftlicher Aspekt ist, der einen dort beeinflusst. Essen wird ja nun einmal leider Gottes sehr oft zum Trost eingesetzt (ging mir auch lange Jahre so) und da greift man erfahrungsgemäß auch nicht zu Gemüse, sondern eher hochprozentigen KH-Bomben. Kurzzeitig stellt sich dann ein Glücksgefühl ein und der Kopf verknüpft dann Hoch mit KH.

Mittlerweile lebe ich nicht mehr striktes LCHF, aber immer noch low carb (angepasst auf meine sportliche Aktivität) und unter strikter Vermeidung von Weizen. Auch hier habe ich keine Verbesserung oder Verschlechterung im Bezug auf psychische Zustände feststellen können. Ich persönlich denke auch, dass man das Ganze sehr ganzheitlich betrachten muss. Die Ernährung allein wird m.E. niemals zu einer Depression oder Verbesserung eben dieser führen.

Dir viel Erfolg und viele Grüße,

april


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