Postprandiale Hypoglykämie

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Seerose
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Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon Seerose » 20. Oktober 2015, 19:30

Hallo,
vor einigen Monaten bekam ich die o.g. Diagnose. Das bedeutet, dass ich ca 2-4 Std. nach einer Mahlzeit unterzuckere. Ich habe somit eine zu hohe Insulinproduktion die den Blutzucker sinken lässt. Daher soll ich ca. 6 kleinere Mahlzeiten am Tag essen. Natürlich kohlenhydratarm, da KH das Insulin beeinflusst.

Meist esse ich so 30-50 gr. KH am Tag. Ein paar Tage waren es auch nur mal 30 gr. am Tag. Aber ich fühlte mich zu der Zeit ziemlich schlapp, obwohl das Fett recht hoch war. Daher denke ich, dass ich eher bei 50gr. KH bleiben sollte. Wenns mal weniger ist, ists okay, aber halt nicht zu lange.

Da ich große Angst vor einer Unterzuckerung habe, insbesondere vor dem umkippen, messe ich regelmässig meinen Blutzucker. Bei Hüttenkäse, Quark und Joghurt bleibt er meist 2-3 Stunden konstant. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass er bei cremig gerühten Naturjoghurt (Ali, 3,5%) wohl schneller wieder abfällt. Merkwürdigerweise. Gegoogelt habe ich auch schon und konnte nirgends ersehen, dass da extra Zucker beigesetzt wurde.

Hat jemand auch solche Blutzuckerprobleme? Bzw. das Problem, dass bestimmte Lebensmittel, die mal längere Zeit gehalten haben, auf einmal nicht mehr wirken?

Viele Grüße
Seerose

Rainer
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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon Rainer » 20. Oktober 2015, 21:09

Hallo Seerose,

ich denke nicht, dass du so stark unterzuckerst, dass du dabei umkippst. Mies gehen wird es dir dabei, aber bis zum Umkippen wird es ganz bestimmt nicht kommen. Mit einer ketogenen Ernährung kippt man übrigens erst viel später um, weil dein Gehirn zu 80% mit Ketonkörpern versorgt wird, welche jederzeit stabil zur Verfügung stehen. Deine postprandial Hypoglykämie wird übrigens auch als alimentäre Hypoglykämie bezeichnet. Wenn du danach googelst, findest du vielleicht auch noch ein paar Infos.

Warum dein Joughurt besonders stark wirkt, kann dir am Ende eigentlich egal sein. Wichtig ist, dass du solche Sachen so gut wie es geht meidest.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit LCHF, Rainer
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wmues
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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon wmues » 23. Oktober 2015, 14:03

Hallo Seerose,

Du solltest daran denken, dass auch Eiweiss eine Insulinausschüttung hervorruft, und zwar gar nicht mal so wenig.
Molkeprotein (Whey) ist dafür sehr bekannt. Das andere Protein in der Milch (Casein) ist dabei langsamer verdaulich.

Wenn der Effekt jetzt stärker ist als früher, kann eine erhöhte Insulinsensitivität dafür verantwortlich sein. Das ist im Grunde genommen GUT (weil gesund), aber ein Problem für Menschen, bei denen es vorher schlechter war und deren Bauchspeicheldrüse inzwischen daran angepasst ist, dass sie MEHR Insulin ausschüttet.

Ich habe dieses Problem auch bei mir selber. Und es ist heute - wo ich viel gesünder lebe - schlimmer als vor einigen Jahren.
Sowohl Zucker wie auch Molkeprotein (=Eiweißdrink) führen zur fast sofortigen Unterzuckerung.

Am besten funktioniert es bei mir, wenn ich Fleisch als Hauptnahrungsquelle nutze. Das verdaut durch seine Beschaffenheit einfach langsamer. Und am Ende einer Mahlzeit eine kleine(!) Menge Kohlehydrate zu mir nehme, um die während der Mahlzeit entstandene kleine Unterzuckerung wieder auszugleichen.

LG
Wolfgang

Seerose
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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon Seerose » 15. November 2015, 19:34

@ Hallo Wolfgang,

wie lange bleibt denn dein Blutzucker damit stabil? Und warum wurde es schlimmer? Das LCHF soll doch eigentlich dafür sorgen, dass die Bauchspeicheldrüse sich erholen kann?

Ich weiß gar nicht was ich tun soll, wenn es schlimmer wird? Ich kann doch nicht den ganzen Tag messen? Ich arbeite und da gibt es öfters auch längere Besprechungen.


Am liebsten würde ich nur noch Schokolade, Chips und Brot essen, damit der BZ so hoch knallt, dass es stunden dauert, bis er wieder unten ist !! Bin total fertig.

Liebe Grüsse

Seerose

wmues
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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon wmues » 15. November 2015, 22:44

Hallo Seerose,

ich messe meinen Blutzucker nicht. Und bei mir ist der Effekt sehr schnell. Wenn ich eine Mahlzeit esse, spüre ich den Zuckermangel direkt im Anschluss. Das ist bei Dir anders, also vielleicht nicht der gleiche Wirkmechanismus.

Es wurde bei mir schlimmer, weil die Insulin-Sensitivität meiner Zellen besser geworden ist. Wie man der Bauchspeicheldrüse sagt, dass sie jetzt WENIGER Insulin produzieren muss, weiß ich nicht.

Könnte es sein, dass die Menge von Kohlehydrate + Eiweiss, was Du zu Dir nimmst, zu groß ist? D.h. dass Dein Fettanteil zu klein ist?

Andere Möglichkeit: die Leber ist nicht in Ordnung, und die Glukogenese läuft nicht wie vorgesehen.

LG
Wolfgang

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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon KungFuPanda » 22. Dezember 2015, 15:04

Hallo Seerose,

ich messe meinen Blutzucker nicht. Und bei mir ist der Effekt sehr schnell. Wenn ich eine Mahlzeit esse, spüre ich den Zuckermangel direkt im Anschluss.
Hallo Wolfgang,
wie fühlt sich das bei Dir an?
Und was für KH isst Du dann - und: wann, ungefähr - um diese Phase wieder auszugleichen?

Danke
LG Panda

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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon wmues » 22. Dezember 2015, 20:15

Hallo Panda,

ich habe dann Appetit auf Süßes. Und ich muss auch etwas Süßes essen - Stärke oder Gemüse reicht nicht.
Also die Hauptmahlzeit etwas kleiner wählen (dann ist der Effekt auch geringer) und ein bisschen Süßes einplanen.

Gruß
Wolfgang

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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon KungFuPanda » 23. Dezember 2015, 00:01

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich versuche es momentan mit Äpfeln, die helfen zumindest sogar meinem Darm auf die Sprünge!
Andere Möglichkeit: die Leber ist nicht in Ordnung, und die Glukogenese läuft nicht wie vorgesehen.

LG
Wolfgang
Bzgl. Leber/Gluconeogenese vermute ich ein Problem bei mir, zumal ich hochdosiert B12 verbrauche, ich spritze es als Hydroxocobalamin.
Auch eine - immer noch - mangelhafte Schilddrüsenhormonversorgung kann zu Blutzuckerproblemen führen, soweit ich weiß.
Blöderweise kriege ich grauenvolle Migräne, wenn der BZ absackt und ich nicht schnell genug gegensteuern kann.
Chrom nehme ich schon ein zur BZ-Stabilisierung, merke aber noch keine Besserung.

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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon KungFuPanda » 23. Dezember 2016, 16:37

Eine vielleicht etwas blöde und vor allem ungeduldige Frage:

Wie lange dauert es, bis die Heißhungerattacken / Unterzuckerungsanfälle nachlassen, wenn ich versuche, die Fettmenge zu steigern?

habe vorhin aus lauter Verzweiflung etwas geändert: Doppelrahmfrischkäse ohne Zusätze hinzugefügt bzw. in Gegenzug Joghurt sofort reduziert. Ich mache immer Salatsauce mit Dickmilch, dazu gibt es Rühreier, in Butter gebraten
Ich vermute bei mir Zu viel Protein und zu wenig Fett. Die KH sind ungefähr konstant bei 50g/Tag, was sowieso für LCHF zu viel ist, ich weiß.
Butter habe ich nie abgewogen, also auch kein Fett gezählt.

Symptome, täglich: Unterzuckerungen, Heißhunger, Migräne.

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Re: Postprandiale Hypoglykämie

Beitragvon MimiHase » 23. Dezember 2016, 19:30

Dieses Phänomen kenne ich auch, habe allerdings nur einmal bisher gemessen (habe noch kein eigenens Gerät).

Seit ich auf striktes LCHF mit unter 30g KH am Tag umgestiegen bin habe ich KEINE Probleme mehr.

Meiner Meinung nach lohnt es sich auszuprobieren, ob es euch mit vollfetten Produkten und reichlich Kokosöl dazu sehr wenig Kohlenhydrate nicht besser geht.

Aber bitte ohne Gewähr, das ist allein MEINE PERSÖNLICHE ERFAHRUNG.
Viele Grüße MimiHase

"Ein Tropfen hebt den Ozean an." (James Gurney)%%- %%-

Beginn mit LCHF am 30.10.2016 mit 150,6 kg derzeit 96,7 kg


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