Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

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pinkpoison
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Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon pinkpoison » 24. August 2017, 09:16

Mir graut davor, in sogenannten "griechischen Restaurants" und "Tavernen" in Deutschland Tzatziki zu bestellen. Warum ...? Weil kaum ein hiesiger "Grieche" einen anständigen Tzatziki serviert. Karikaturen von Tzatziki, ja, die finden sich landauf landab - aber selten ein richtig guter Tzatziki zum Zungeschnalzen, so wie er sich gehört: Schlicht, mit wenigen, dafür aber qualitativ herausragend guten Zutaten.

Vor allem aber und in erster Linie: Ohne Quark! Quark ist in Griechenland unbekannt. Ich erinnere mich einer wahren Odyssee durch Athen auf der letztlich erfolglosen Suche nach Quark für einen deutschen Käsekuchen, den ich der Familie meiner damaligen griechischen Lebensgefährtin backen wollte. Keine Sau verwendet in Griechenland Quark für seinen Tzatziki!

Echte Griechen von Ehre und Traditionsbewußtsein verwenden ausschließlich maximalfetten Joghurt. Idealerweise vom Fass. Den bekommt man in Deutschland allenfalls in großen Großstädten. Trotzdem kein Grund auf Quark zurückzugreifen, nur weil der billiger ist, als der mittlerweile selbst bei Aldi und Lidl erhältliche 10%-fette Joghurt "griechischer Art" im Kilo-Eimer, den ich persönlich geschmacklich durchaus akzeptabel finde, wenn alle Stricke reissen und kein "richtiger" griechischer Joghurt traditioneller griechischer Marken wie Mevgal, Faie oder Kri Kri aufzutreiben ist.

Mit dem griechischen Plastikbecherjoghurt und dem vom Fass ist es in etwa so wie mit dem Obatzdn, den Euch der Käseladen vor Ort aus der großen Schüssel abfüllt und dem Conveniencezeug von Goldsteig, Alpenmark und wie die Fabrik-Obatzden aus dem Kühlregal alle heißen: In der Not frisst der Teufel Fliegen ...

Gazi ...? Nichts gegen türkische Ware, aber der Joghurt von Gazi ist meines Erachtens für die Zubereitung eines griechischen Tzatziki zu sauer. Ich mag ihn geschmacklich nicht, aber ich bin nicht die Referenz. Vor allem: Ihr wollt einen griechischen Tzatziki zubereiten. Ihr wißt vielleicht um die uralte Rivalität und Feindschaft der beiden Völker ...

Was neben Quark in einem Tzatziki ebenfalls NICHTS verloren hat, sind irgendwelche Gewürzmischungen, die vorgeben für Tzatziki geschaffen zu sein. Allesamt ab in die Tonne!

"Der verdammtnochmal beste Tzatziki der Welt" kommt abschließend mit folgenden ZUTATEN aus:

+ Vollfetter griechischer Joghurt
+ Salatgurke
+ Meersalz
+ frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
+ Hervorragendes, feinfruchtiges griechisches Olivenöl - ideal: Spyridoula's 100% ORGANIC GREEK EXTRA VIRGIN OLIVE OIL
+ frischer Knoblauch (1 Zehe auf 500g Joghurt maximal!)


That's it! Dill und Minze haben darin ebensowenig verloren wie ein gepantschtes Olivenöl aus Italien oder Spanien - schließlich käme auch kein Baier von charakterlichem Format auf die Idee Bautz'ner oder Dijonsenf auf seinen Leberkas zu schmieren -, auch Essig nicht - wer anderes behauptet, tut mir leid, der macht halt nur den zweit- oder drittbesten Tzatziki der Welt. Das ist ex definitionem so ...

Der gastrosophische Überbau authentischer, traditioneller griechischer Küche ist nämlich der Reduktionismus: Was kann ich noch weglassen, um den Eigengeschmack der Zutaten noch besser zu heben und miteinander zu verbinden, so dass das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile? Erst wenn es durch weiteres Weglassen nicht weiter möglich ist, ist eine Rezeptur, und das Gericht, das aus ihr heraus entsteht, perfekt.

Als Arbeitsgerät zur Zubereitung des verdammt nochmal besten Tzatziki der Welt benötigt Ihr ferner einen Juliennehobel und ein weißes, möglicht nicht mit duftenden Waschmitteln oder Weichspülern gewaschenes Küchentuch aus Baumwolle.

Was Ihr bitte NIEMALS verwendet ist eine Knoblauchpresse - es sei denn, ihr wollt stinken wie ein epirotischer Ziegenhirte aus dem Hosentürl.

SCHRITT 1: Hobelt eine gute, aromatische Salatgurke auf dem Julienne-Hobel in eine Schüssel. Ob ihr die Gurke vorher schälen wollt, ist Geschmacksache - sollte die Gurke in einem Plastikpariser gesteckt haben, dann in jedem Fall schälen.

SCHRITT 2: Die Gurkenjulienne salzen, durchmischen und 10 Minuten stehen lassen, damit sie Wasser zieht.

SCHRITT 3: Gurkenwasser abgießen, Gurkenjulienne auf das ausgebreitete Baumwolltuch legen und zu einem Päckchen bündeln. Auspressen, was das Zeug hält. Es sollte idealerweise so gut wie kein Wasser in der Gurkenjulienne verbleiben. Dazu braucht es Kraft und reißfester Baumwolltücher ...

SCHRITT 4: Die ausgepresste Gurkenjulienne in eine Schüssel geben, in etwa die doppelte bis dreifache Menge Joghurt drauf. Ich mags eher 2:1, aber auch 3:1 ist ok.

SCHRITT 5: Eine kleine Knoblauchzehe - nicht mehr! - längs halbieren, vom Keim befreien (der verursacht vor allem die Fahne und Verdauungsbeschwerden) und in klitzekleine Würfelchen schneiden. Was hab ich vorhin gesagt? Schneiden, NICHT PRESSEN!

SCHRITT 6: Knoblauchwürfelchen mit einer Prise Salz, ein wenig Pfeffer aus der Mühle und einem ordentlichen Schuss des besten Olivenöls, das ihr im Haus habt zu Gurke und Joghurt geben (ich verwende aus gutem Grunde ausschließlich Spyridoula's 100% ORGANIC GREEK EXTRA VIRGIN OLIVE OIL ) und alles gründlich und mit Agape (Liebe) durchrühren. Abschmecken - Vorsicht mit dem Salz!

SCHRITT 7: Für eine glatte Oberfläche in der Schüssel sorgen und nochmal einen guten Schuss von Spyridoulas Olivenöl obenaufgeben. Deckel drauf oder - Trick 17 - Duschhaube drüberziehen (oder Celophan-Folie) und für wenigstens eine Stunde zum Durchziehen in den Kühlschrank.

SCHRITT 8: Vor dem Servieren nochmal gut durchrühren und erneut abschmecken ... Salz, Pfeffer - wehe, wenn zusätzlich andere Gewürze! Auf einem flachen Tellerchen anrichten, einen Schuss feinsten Olivenöls drüber und - wer's klassisch mag - eine Kalamata-Olive mit Kern obenauf.

Euriste - Der verdammtnochmal beste τζατζίκι der Welt!

Kali orexi!

(Weitere Fotos zur Zubereitung des verdammt nochmal besten Tzatziki der Welt - sofern fürs Verständnis nötig - findet Ihr hier:
https://www.spyridoulas.de/kochrezepte
Quelle: Pinkpoison

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Sudda Sudda
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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon Sudda Sudda » 24. August 2017, 10:06

Hallo Robert,

ich hab deinen Text als Zitat gesetzt und die Quelle angegeben, damit wir nicht wegen duplicate content abgewatscht werden. :)

Google versteht da wenig Spaß, soweit ich weiß, daher bitte bei den Rezepten, die du von der Formulierung her 1:1 übernimmst, so verfahren. Wir befinden uns hier nämlich in einem öffentlichen Bereich, der gecrawlt wird von den Bots.

Ich hab das auch nur so stehenlassen, weil es ja DEIN Text ist und du ihn selbst hier eingestellt haben. Bei FREMDEN Rezepten, die 1:1 übernommen werden, müssen wir zusätzlich wegen Urheberrecht eingreifen.

Danke!
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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon Pinselchen79 » 24. August 2017, 10:35

Auf jeden Fall schreibt Robert auf eine sehr lesenswerte Art und Weise, ich lese es jedenfalls sehr gerne! :)
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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon pinkpoison » 24. August 2017, 10:48

Danke, Annika - ich wußte nicht um die Details der Fallstricke des Suchmaschinen-Rankings. Ist absolut ok, wie du das "Problem" gelöst hast und schränkt ja die Nachkochbarkeit des Rezeptes für die LCHF-Gemeinde Null ein.

Danke Pinselchen79 - ich freu mich sehr, dass du mein Zeug gern liest :x

LG Robert

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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon GrannyRose » 24. August 2017, 11:20

Ich lese das auch sehr gerne und lass mich auch immer mal zum ein oder anderen anregen - so sagte ich gestern nur mal ganz beiläufig "ach, ich würde ja so gerne mal wieder Limburger essen" und schon liegen zwei im Kühlschrank Bild
Liebe Grüße von GrannyRose

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Jeder Tag ein abgeschlossenes Ganzes.
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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon Sudda Sudda » 25. August 2017, 12:28

Auf jeden Fall schreibt Robert auf eine sehr lesenswerte Art und Weise, ich lese es jedenfalls sehr gerne! :)
Yo, ALLERDINGS. Ich lach schon wieder, wenn ich das lese. PLUS dass Roberts Tzatziki seit einem Kochkurs von Spyridoula, wo ich echt dolles gelernt habe, bei uns im Sommer (Grillsaison) fast Grundnahrungsmittel geworden ist - das richtige Rezept ist also superwichtig. :x
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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon Wilhelmine » 25. August 2017, 12:46

Das ist ja mal eine" Ansage" zur Herstellung vonTzatziki :lol: :x . Danke Robert.
Alles Liebe
Veronika



jetzt 60,0 kg und 1,60m Körpergröße :x
Beginn Mitte Juni IF - jetzt 58 kg (jeden Tag über 10.000 bis 20.000 Schritte - selten darunter :) )

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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon Rubicon » 25. August 2017, 12:57

Ich hab auch geschmunzerlt beim Lesen des Textes :)
Ich hab auch mal ein Tsatsiki Rezept (Tzatziki?) hier eingestellt, das Deinem sehr ähnlich ist.
Nächstes Mal probier ich Deins ;)

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pinkpoison
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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon pinkpoison » 8. September 2017, 17:28

Ich hab auch geschmunzerlt beim Lesen des Textes :)
Ich hab auch mal ein Tsatsiki Rezept (Tzatziki?) hier eingestellt, das Deinem sehr ähnlich ist.
Nächstes Mal probier ich Deins ;)
Entscheidend ist, dass er schmeckt ... Dein Rezept liest sich so verkehrt nicht , Caireen - ich würde mich allerdings wundern, wenn jemand in GRE getrockneten Knoblauch zur Hand hätte ...

LG Robert

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Re: Der "Verdammt nochmal beste Tzatziki der Welt"

Beitragvon myself_007 » 13. September 2017, 17:11

Genauso mache ich ihn schon seit Jahren...besser geht nicht :D
"...egal, wieviele Versuche vorher gescheitert sind - du brauchst nur einen, der das nicht tut."
(Einfach-nur-Anne) :-BD

106,0 kg Ausgangsgewicht85,5 kg aktuell66,0 kg BMI unter 25 :D anvisiertes Ziel


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