Cheat Day

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Duftrausch
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Re: Cheat Day

Beitragvon Duftrausch » 24. November 2017, 23:29

ja, sie sind wohl für viele eine Gefahr.
Aber sie haben natürlich auch ihre positiven Seiten. Sich vorzustellen, niemals wieder den vertrauten Familiengeburtstagskuchen zu essen, oder eine Pizza, also wirklich niemals, dann kann die Idee des Cheatdays helfen. Ich komme super mit LCHF klar, weil ich weiß, ich kann mir einen Tag frei nehmen. Ich habe vor LCHF das 10wbc gemacht, da war es überhaupt kein Problem mit dem Cheatday und ich bin auch nicht über alles mögliche hergefallen, sondern habe mir eine Sache ausgesucht, eigentlich habe ich vor allem Obst gegessen, auch mal ein Stück Kuchen.
Heute esse ich ja dann eher mal eine Süßkartoffel. Meine Sucht ist ja eher Käsebrot und da ich das ja aus gesundheitlichen Gründen nicht essen will, hält sich das Sündigen auch sehr in einem vertretbaren Rahmen.
Wer mit Zuckersucht zu kämpfen hat, der lässt aber wohl eher die Finger vom Cheatday.
Eigentlich kommt man mit der Zeit ganz von alleine in den Modus, der einem gut tut. Geht es einem mit LCHF gut und es geht einem beim Sündigen merklich schlechter, dann macht man es eben auch immer seltener.
-30

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FrauYu
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Re: Cheat Day

Beitragvon FrauYu » 25. November 2017, 13:30

Wisst ihr, was mich am "Cheat Day" am meisten stört?
Der Begriff selbst und wie er immer ausgelegt wird.

Ich kann vollkommen verstehen, dass man ein "nie wieder" in Sachen Ernährung nicht gut akzeptieren kann und deswegen finde ich es auch in Ordnung zu sagen: "Wenn ich zu Weihnachten zu meiner Oma nach Pusemuckel fahre und sie backt diesen einen, unvergleichlichen 75 stöckigen Kuchen, den ich liebe und den es nur einmal im Jahr gibt, dann werde ich ein kleines Stück davon bewusst genießen!"

Das ist eine durchdachte Entscheidung und eben auch etwas besonderes, fast einmaliges.
(WENN man auch bei dem einen Stück bleiben kann und es nicht alle Schleusen öffnet - klar. Aber das muss man testen, um es zu wissen.)

Aber der "cheat day" wird ja oft ganz anders verstanden:
Planen, sich sich mit allem möglichen Mist aus Süßigkeitenregalen und Bäckereien vollzustopfen, weil man jetzt ja "darf".
An diesem einen Tag darf man wieder.
Und dann wird alles nachgeholt, was "gefehlt" hat.
Und dann denke ich mir: "Wir sind erwachsene. Wir dürfen eh alles essen, was wir wollen. Und wenn ich zum Frühstück morgen eine Schüssel Vanilleeis essen wollen würde, könnte mir das auch keiner verbieten."

Versteht ihr, wie ich das meine? Wir haben zu LCHF gefunden und finden es toll. Es tut uns gut und begleitet uns jeden Tag.
Anstatt sich also einen "Schummelfreifahrtschein" auszustellen wäre es doch viel erstrebenswerter, das Stück Kuchen von Oma oder die Kartoffelsuppe von Tante Elli oder was weiß ich, so besonnen konsumieren zu können und in die eigene, gesunde Ernährung zu integrieren, dass man nicht mehr das Gefühl hat, irgendwas "Verbotenes" zu tun.
Man cheatet nicht mehr, man isst einfach.

Ich glaube nämlich, dass gerade DAS ganz viel Störpotenzial hat - der Reiz des Verbotenen, der das trotzige kleine Rumpelstilzchen in uns wach werden lässt, das mit dem Fuß aufstampft und quäkt: "ICH ESSE HEUT ABER MEIN EIGENES GEWICHT IN SCHOKOLADE. AUS GRÜNDEN."

Wenn man sich richtig bewusst macht, dass man theoretisch sowieso alles essen kann und darf, was es so gibt, ist der Reiz oft gleich viel kleiner, habe ich bei mir festgestellt.
Eile mit Weile.

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GrannyRose
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Re: Cheat Day

Beitragvon GrannyRose » 25. November 2017, 13:35

Wisst ihr, was mich am "Cheat Day" am meisten stört?
Der Begriff selbst und wie er immer ausgelegt wird.

Ich kann vollkommen verstehen, dass man ein "nie wieder" in Sachen Ernährung nicht gut akzeptieren kann und deswegen finde ich es auch in Ordnung zu sagen: "Wenn ich zu Weihnachten zu meiner Oma nach Pusemuckel fahre und sie backt diesen einen, unvergleichlichen 75 stöckigen Kuchen, den ich liebe und den es nur einmal im Jahr gibt, dann werde ich ein kleines Stück davon bewusst genießen!"

Das ist eine durchdachte Entscheidung und eben auch etwas besonderes, fast einmaliges.
(WENN man auch bei dem einen Stück bleiben kann und es nicht alle Schleusen öffnet - klar. Aber das muss man testen, um es zu wissen.)

Aber der "cheat day" wird ja oft ganz anders verstanden:
Planen, sich sich mit allem möglichen Mist aus Süßigkeitenregalen und Bäckereien vollzustopfen, weil man jetzt ja "darf".
An diesem einen Tag darf man wieder.
Und dann wird alles nachgeholt, was "gefehlt" hat.
Und dann denke ich mir: "Wir sind erwachsene. Wir dürfen eh alles essen, was wir wollen. Und wenn ich zum Frühstück morgen eine Schüssel Vanilleeis essen wollen würde, könnte mir das auch keiner verbieten."

Versteht ihr, wie ich das meine? Wir haben zu LCHF gefunden und finden es toll. Es tut uns gut und begleitet uns jeden Tag.
Anstatt sich also einen "Schummelfreifahrtschein" auszustellen wäre es doch viel erstrebenswerter, das Stück Kuchen von Oma oder die Kartoffelsuppe von Tante Elli oder was weiß ich, so besonnen konsumieren zu können und in die eigene, gesunde Ernährung zu integrieren, dass man nicht mehr das Gefühl hat, irgendwas "Verbotenes" zu tun.
Man cheatet nicht mehr, man isst einfach.

Ich glaube nämlich, dass gerade DAS ganz viel Störpotenzial hat - der Reiz des Verbotenen, der das trotzige kleine Rumpelstilzchen in uns wach werden lässt, das mit dem Fuß aufstampft und quäkt: "ICH ESSE HEUT ABER MEIN EIGENES GEWICHT IN SCHOKOLADE. AUS GRÜNDEN."

Wenn man sich richtig bewusst macht, dass man theoretisch sowieso alles essen kann und darf, was es so gibt, ist der Reiz oft gleich viel kleiner, habe ich bei mir festgestellt.
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freundliche Grüße von GrannyRose

“Ich könnte manchmal vor Glück eine ganze Allee von Purzelbäumen schlagen.“ Heinz Erhardt

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anemone24
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Re: Cheat Day

Beitragvon anemone24 » 25. November 2017, 14:00

Yu, so viel zum Cheat Day, da bin ganz bei Dir. :ymhug:

anemone :)

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Anne
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Re: Cheat Day

Beitragvon Anne » 25. November 2017, 14:16

Frau Yu, danke für deine Gedanken!! Kann ich so unterschreiben!
-53 kg, mehr auf meinem Blog: www.volle-kanne-gesund.de

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Amaketon
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Re: Cheat Day

Beitragvon Amaketon » 26. November 2017, 17:17

Hm, ein 75 stöckiger Kuchen..lecker
..das kleine Stück wäre aber auch nur von oben schmal oder? ;-)

Deine Gedanken sind richtig, dennoch was ein Cheatday ist, ob wir ihn brauchen, wie wir ihn betiteln, ob er uns sündigen, eine Ausnahme oder den Kühlschrank leer essen läßt liegt allein in der eigenen Hand.

Wir müssen uns selbst nichts verbieten, das stimmt.
Wie wir aber alle wissen, ist uns der Jieper nach Süßem angeboren.
Im Zaume halten läßt sich dieser nur durch Disziplin und Entwöhnung, wo ist da (gefühlt) der Unterschied zum Verbot..

Machen wir uns nichts vor, der Verstand kann nicht immer auf uns aufpassen..
Wichtiger finde ich, auf den Weg zurück zu kommen, wenn man mal aus der Kurve getragen wurde.

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Anne
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Re: Cheat Day

Beitragvon Anne » 26. November 2017, 20:12

Wir müssen uns selbst nichts verbieten, das stimmt.
Wie wir aber alle wissen, ist uns der Jieper nach Süßem angeboren.
Im Zaume halten läßt sich dieser nur durch Disziplin und Entwöhnung, wo ist da (gefühlt) der Unterschied zum Verbot..

Machen wir uns nichts vor, der Verstand kann nicht immer auf uns aufpassen..
Wichtiger finde ich, auf den Weg zurück zu kommen, wenn man mal aus der Kurve getragen wurde.
LCHF ist keine Garantie für einen Selbstläufer. Es gehören bewusste Entscheidungen dazu und ja, da stimme ich Dir zu, auch ab und an einfach Disziplin. Gerade am Anfang profitiert man meiner Meinung nach SEHR davon, wenn man möglichst streng mit sich selbst ist. Die Umstellung läuft schneller und reibungsloser und der Weg zurück ist nach dem Flug aus der Kurve auch leichter ;;)
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Amaketon
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Re: Cheat Day

Beitragvon Amaketon » 27. November 2017, 10:27

„Gerade am Anfang profitiert man meiner Meinung nach SEHR davon, wenn man möglichst streng mit sich selbst ist. Die Umstellung läuft schneller und reibungsloser und der Weg zurück ist nach dem Flug aus der Kurve auch leichter ;;)

Das stimmt.
Wer mit LCHF anfängt und die „Sünde“ von vorn herein einbaut oder relativ bald zuläßt, wird bei LCHF sicher nicht bleiben.
Der oder diejenige hat dann vielleicht gerade mal die Symptome (Entzugserscheinunen) der Umstellung erlebt, isst dann KH und merkt wie „gut“ diese wieder tun.
Das ließt man von einigen die dann sagen, dass LCHF gar nichts ist.. „Durchfall, Kopfschmerzen, Kraftlosigkeit, trockene Augen, Schwitzen..das kann nicht gut sein.. ich bin eher der KH-Typ..“

Aber alten Hasen die wissen was LCHF bietet sollte der Cheatday (ich kann das Wort langsam nicht mehr hören:-) nicht mehr soviel Angst einjagen..
wenn man an die Ernährung angepasst ist, ist er nämlich auch nicht mehr das große Gespenst..denn 1. steht er definitiv nicht mehr dauernd in der Tür um uns abzupassen (weil wir zuckerentwöhnt(er) sind und 2. macht er, hat er uns erwischt, uns auch nicht mehr so einen großen Strich durch die Rechnung, da man wieder schneller in der Spur ist.

Bei mir zumindest ist es so, dass der Körper die KH schneller durchwinkt, bin tags drauf wieder in Ketose, als wäre nichts gewesen.
Wächst sich die Ausnahme aus, um ein paar Tage mehr, rutsche ich raus und fange wieder von vorn an.
Das ist ärgerlich, aber Hauptsache man legt wieder los.
Weihnachten wird eine Herausforderung.

Apropos Anne, danke für Dein Rezept für die LC Knödel, die brachten mich auf die Idee selbst mit dem Knödelmachen zu experimentieren.
Aus Petersilienwurzel und Pastinake kann man top Klöße/ Knödel zur Ganz machen! Ei ran, Flohsamenschalen, Trockenpilze, Muskat, Petersilie..vielleicht ein paar Röstzwiebeln..ganz lecker..
Die können sich durchaus mit Kartoffelklößen messen.
Ich mache einen großen Serviettenknödel, den lasse ich abdampfen und dann wird dieser zu Scheiben in der Pfanne knusprig gebraten.

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GrannyRose
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Re: Cheat Day

Beitragvon GrannyRose » 27. November 2017, 11:25

Vielleicht wäre es - wenn je Einer über solche „Schalttage“ nachdenken sollte - auch nachdenkenswert, wenn man sich immer wieder mal vor Augen führt, was wir mit LCHF so alles essen können/dürfen/sollen und nicht mehr so sehr auf das schielen, was wir nun - eigentlich eigenverantwortlich - nicht mehr oder eher maßvoll (ein wunderbares Wort) essen möchten/wollen, weil es ja die meisten von denen, die hier landen, bereits in persönliche Miseren geführt hat :-?

Und wenn wir dann auch daran denken, was bei den sogenannten „Diäten“, die eher fettreduziert sind (angestrebt wird m.W. ja teilweise weniger als 30g Fett/Tag zu essen), gegessen wird, wird in Bezug auf diese Vorgaben relativ schnell klar:

Jeder LCHF-Tag ist ein (ich benutze das „C“-Wort nun nicht, liebe Amaketon) ein Leckerschmeckerschlemmertag und alles andere ist eher eine Geschmacksverirrung als ein Genuss :)
freundliche Grüße von GrannyRose

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Re: Cheat Day

Beitragvon anemone24 » 27. November 2017, 11:38

Hallo Amaketon, Du schreibst von trockenen Augen, hast Du da Info.
Wenn ja kannst Du den Link reinstellen.
Danke im voraus

anemone :)


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