Kritische Gedanken zur Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

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Läufer
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Re: Kritische Gedanken zur Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Beitragvon Läufer » 13. November 2017, 15:28

Hallo Helenna,

bei diesen geringen Unterschieden, würde ich mich auch nicht verrückt machen wenn die Gesamtsituation in Ordnung ist.

Bei der ganzen Thematik muss ja auch bedacht werden, dass Blutzuckermessgeräte eine gewisse Messtoleranz aufweisen, was auch in einer ISO-Norm geregelt ist. Soweit meine Infos noch aktuell sind, dürfen die Messgeräte bei Werten unter 100mg/dl eine Toleranz von +/-20mg/dl und über 100mg/dl eine Toleranz von +/-15mg/dl im Vergleich zu Labormessgeräten aufweisen.

Das würde z.B. bedeuten, dass ein gemessener 95er Wert tatsächlich zwischen 76-114mg/dl und ein 100er Wert tatsächlich zwischen 85-115mg/dl liegen dürfte und das Messgerät würde immer noch der ISO-Norm entsprechen. Somit hat eine Differenzierung zwischen 95mg/dl und 100mg/dl wohl eher theoretischen Charakter.

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Rainer
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Re: Kritische Gedanken zur Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Beitragvon Rainer » 13. November 2017, 19:23

Soweit meine Infos noch aktuell sind, dürfen die Messgeräte bei Werten unter 100mg/dl eine Toleranz von +/-20mg/dl und über 100mg/dl eine Toleranz von +/-15mg/dl im Vergleich zu Labormessgeräten aufweisen.
Hallo Stefan,

nach alter DIN waren es +/-20mg/dl unter 100 und +/-20% darüber, die neue Norm schreibt 15mg/dl bzw. 15% vor. Allerdings sind die Markengeräte in der Praxis meistens genauer.

Wenn du bei SS-Diabetes die Messgenauigkeit ansprichst, dann erreichst du damit in den seltensten Fällen eine Beruhigung. Du machst damit die Schwangeren noch nervöser. Die bekommen von ihren Ärzten nämlich die Anweisung, dass der NBZ bzw. der 1-Stunden-Wert 90(95)mg/dl bzw. 140mg/dl nicht überschreiten darf. Das wirft natürlich die Frage auf, was mit dem Baby alles passieren kann, wenn das Gerät wirklich 15mg/dl zu wenig anzeigen würde.

Es ist leider so, dass die Ärzte bei SS-Diabetes einfach so tun, als wären die Handmessgeräte Präzisionsinstrumente. Zum Glück sind die Geräte , wenn es sich nicht gerade Billiggeräte handelt, doch schon ganz schön genau.
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edea
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Re: Kritische Gedanken zur Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Beitragvon edea » 18. November 2017, 00:05

Ich habe einen grenzwertigen Schwangerschaftsdiabetes ganz ohne Insulin durch gestanden.
Sie hatte noch keine 3kg, 49 cm klein und absolut gesund.
Das ist sie auch noch heute.
Dafür habe ich seit 2015 diagnostizierte Insulinresistenz.

suwesi
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Re: Kritische Gedanken zur Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Beitragvon suwesi » 21. November 2017, 13:40

Hi Hellena,
genial, dass Dein Hausarzt da mit Hausverstand agiert :smile:

Ich denk mir man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um zu sehen, dass ein Schnitt von 110 (ich nehm jetzt irgend einen Wert) mit einem vergleichsweise hohen Nüchternblutzucker (der auf high carb Bevölkerung zugeschnitzt ist) bei weitem gscheiter fürs Kind ist als ein super Nüchternblutzucker, aber ein Schnitt von 125 (inkl. starker Schwankungen).

Gut, dass Du da Dein eigenes Ding gemacht hast :smile:

Ich hab eine Zeit lang mehrmals pro Tag BZ gemessen. Einfach weil ich zur Gesundenuntersuchung wollte und von "falsch hohen" Morgenwerten unter low carb gelesen hatte.

Und ja, mein Körper reguliert sich das selber und hält ihn (unabhängig davon wann ich esse) relativ konstant bei 100 (+/-10).
Wenn ich Stress hab am morgen (und Blutabnahme gehört dazu - nüchtern bleiben, versuchen Kind für Kiga ready zu machen etc...), dann war mein NBZ auch mal bei 115 (klar, der Körper braucht in dem Fall Glucose, also erzeugt er sie selber.

Ich weiß nicht wie Deine SS verläuft, aber es wird bessere und weniger gute Nächte geben. Da müsstest Du auch Unterschiede im Messergebnis sehen (wenig geschlafen, eher gestresst höherer BZ und Vice Versa).

Also war meine Lösung: vor dem offiziellen Blutzuckertest am Abend mehr Carbs. Damit hatte ich ein schönes Ergebnis für die Akten und eine Ruh ist :D
Und zur Absicherung kannst Du ja immer wieder mal Deinen BZ messen und sollte sich da tatsächlich noch was tun was euch beiden nicht gut tut, kannst ja selber aktiv werden und zum Doc gehen um Insulin zu holen.

Hier im Forum ist ein sehr ausführlicher Post zu dem Thema BZ Tagesverlauf unter low carb, finde ihn leider nicht....

Punkto BZ schau Dir mal Chrom an. Zink und Vit C würde ich auch im Auge behalten. (Vit C ist bei strengem LC Stiefkind)

Zum Thema SS und Irrtümer der Schulmedizin: schau Dir mal an
* Nabelschnur auspulsen lassen, (da kannst sie dann mit "schwerem Baby" beeindrucken ;) )
* Sinnhaftigkeit von K2,
* D3 über Muttermilch (statt Tropfen),
* Impfungen im ersten Lebensjahr (Th1/Th2 Shift).

Ansonsten, alles Liebe für die weiteren SS Monate.

lg suwesi

Helenna
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Re: Kritische Gedanken zur Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Beitragvon Helenna » 11. Januar 2018, 21:03

Nun habe ich noch einen Nachtrag zu machen. Denn ich habe auf den Tipp hier reagiert und noch ein wenig mehr gegoogelt, was Chrom, Mangan und Zink angeht. Gerade das Chrom als Glukosetoleranzfaktor schien mir sehr bemerkenswert.
Also habe ich zunächst Chrom Piccolinate genommen für 5 Tage. Dabei aber dann auch gelesen, dass es unter Verdacht steht, DNA-Veränderungen hervorrufen zu können (bei Mäusen hatte man das festgestellt). Chrom GTF wäre besser geeignet.

Als ich die wenigen Tage das Piccolinate nahm, sank mein Nüchternwert am zweiten Morgen um 15 Zähler! Blieb so bis ich es nach 5 Tagen absetzte und auf die neue Lieferung von Chrom GTF wartete. In der Lücke war er wieder so schlecht wie zuvor. Eher so um die 108, plus minus (Tendenz war hier eher steigend und ich wartetet eigentlich nur auf den Moment in dem ich mir eingestand, dass es wohl doch Basalinsulin sein müsste) . Nach der Einnahme von Chrom GTF sank er wieder zuverlässig um 15-eher 20 Zähler! Jeden Morgen, seit mehr als zwei Monaten. Keine Ausnahme! Immer so um die 83 - 87. Wenn ich sehr lange schlafe dann vllt auch mal 92. Mittlerweile habe ich schon einen Wert gehabt, der 30 Zähler unter den schlechten Werten war. 78! Und das mit fortschreitender Schwangerschaft und damit ja eigentlich einem Fortschreiten der Insulinresistenz.
Zusätzlich nehme ich noch ein Zink/Chrom/Manganpräparat. Aber ich bin recht sicher dass es das Chom ist.

ICh will nicht sagen, dass es das Wundermittel ist (ok, für mich im Moment wohl schon). Ich habe nun ja auch vorher schon Insulinresistenz gehabt und meine Problematik lag vllt schon immer an einem Mangel an Chrom? Was bei mir hilft, hat bei anderen eventuell null Wirkung. Aber bevor man sich Basalinsulin spritzt würde ich doch ein wenig Chromsubstitution in Erwägung ziehen. Der Effekt scheint wohl recht instantan einzutreten wenn er denn eintritt!

Liebe Grüße

Helenna


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