Vegan - Proteine und Fette

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Einzelne Lebensmittel im Mittelpunkt der Diskussion
badera
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Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon badera » 14. April 2017, 19:34

Huhu,
der Film Cowspiracy hat mich, wie bereits in meinem Tagebuch geschrieben, einmal mehr nachdenklich gemacht.
Allgemeiner Konsens hier ist ja, dass mit veganer Ernährung, die mich zugegebenermaßen um leckere Lebensmittel bringen würde, kein LCHF möglich sei, insbesondere wegen eingeschränker Proteinquellen. In dem Film heißt es jedoch, dass mit pflanzlicher Kost 3x mehr Protein (pro Nutzfläche) möglich sei als mit Fleisch.

Gibt es hier jemanden, der sich mal ein wenig intensiver damit beschäftigt hat, wie die Protein- und Fettzufuhr bei einer veganen Ernährung ausreichend abwechslungsreich und gesund zu bewerkstelligen ist? Notfalls auch gesund und nur rein pflanzlich ohne LCHF (z.B. unter Einbeziehung von Obst in passenden Mengen)?

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Anne
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon Anne » 15. April 2017, 07:10

Hallo badera,
Allgemeiner Konsens hier ist ja, dass mit veganer Ernährung, die mich zugegebenermaßen um leckere Lebensmittel bringen würde, kein LCHF möglich sei, insbesondere wegen eingeschränker Proteinquellen. In dem Film heißt es jedoch, dass mit pflanzlicher Kost 3x mehr Protein (pro Nutzfläche) möglich sei als mit Fleisch.
Was ist mit dem letzten Satz gemeint? Reine Verständnisfrage - soll damit angedeutet werden, dass man, würde man alle Weiden zu Soja Plantagen (denn darauf läuft es doch hinaus, oder?) Umbauen, man 3* mehr Protein zur Verfügung hätte?

Warum veganes LCHF nicht möglich ist, haben wir ja schon öfter besprochen.
Alle pflanzlichen Proteinquellen sind auch kh-reich.
Dazu kommt, dass insbesondere Soja gesundheitlich bedenklich ist, von den Anbaubedingungen und was das für die Landwirtschaft in den entsprechenden Ländern bedeutet, mal ganz zu schweigen.

LCHF und vegetarisch ist nicht so einfach, aber zumindest machbar. Vegan halte ich nach wie vor für ausgeschlossen. Selbstverständlich kann man vegan leben, aber die Kombi LCHF und vegan funktioniert nicht.
-53 kg, mehr auf meinem Blog: www.volle-kanne-gesund.de

Die unter www.LCHF.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

badera
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon badera » 15. April 2017, 09:03

Hallo Kap,
Was ist mit dem letzten Satz gemeint? Reine Verständnisfrage - soll damit angedeutet werden, dass man, würde man alle Weiden zu Soja Plantagen (denn darauf läuft es doch hinaus, oder?) Umbauen, man 3* mehr Protein zur Verfügung hätte?
Ich muss die Stelle noch mal heraus suchen. Ich bin jetzt nicht mehr sicher. Ich meine es hieß, dass in der gleichen Menge Gemüse 3x so viel Protein enthalten ist als in Fleisch.
LCHF und vegetarisch ist nicht so einfach, aber zumindest machbar. Vegan halte ich nach wie vor für ausgeschlossen. Selbstverständlich kann man vegan leben, aber die Kombi LCHF und vegan funktioniert nicht.
OK, aber andererseits kann es ja prinzipiell nicht falsch sein, sich pflanzlich zu ernähren und sollte möglich sein, ohne Übergewicht damit auszukommen, oder?

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Anne
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon Anne » 15. April 2017, 12:14

OK, aber andererseits kann es ja prinzipiell nicht falsch sein, sich pflanzlich zu ernähren und sollte möglich sein, ohne Übergewicht damit auszukommen, oder?
Wie soll man diese Frage pauschal beantworten? Wenn sich der Veganer mit Cola und veganer Schokolade zumüllt, wird er möglicherweise genauso Übergewicht bekommen wie jeder Nicht-Veganer auch.
Prinzipiell halte ich die vegane Ernährung für falsch, aber das würde jetzt eine Grundsatzdiskussion ergeben und da bin ich raus ;)
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badera
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon badera » 15. April 2017, 15:24

Wie soll man diese Frage pauschal beantworten? Wenn sich der Veganer mit Cola und veganer Schokolade zumüllt, wird er möglicherweise genauso Übergewicht bekommen wie jeder Nicht-Veganer auch.
Die Frage war genau anders herum gestellt. Wenn man sich rein pflanzlich und natürlich ernährt, also von Gemüse, Obst, Salat, Beeren, Nüssen (k.A. was noch), sollte es doch trotz "erhöhter" Kohlehydrate möglich sein, sich gesund zu ernähren, genügend Proteine (und Fett?) zu sich zu nehmen und trotzdem nicht zwangsläufig im Übergewicht zu landen - wo man ja gemäß LCHF wgen der "vielen" Kohlehydrate / "ungesundem" Fruchtzucker eigentlich landen müsste?
Prinzipiell halte ich die vegane Ernährung für falsch, aber das würde jetzt eine Grundsatzdiskussion ergeben und da bin ich raus ;)
D'accord, das wäre ein eigener Thread, aber k.A. in welchem Brett und ob das überhaupt hier gewünscht bzw. erlaubt ist.

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Das Sabinchen
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon Das Sabinchen » 15. April 2017, 19:38

Hi, also da eines der Grundprinzipien von LCHF ist das man Fett aus bevorzugt tierischer Quelle zu sich nehmen soll und ein großer Baustein unserer LCHF Ernährung aus tierischen Produkten wie Eier, Milch und Käse besteht, ist glaube ich jegliche Diskussion um das Thema veganes LCHF überflüssig. Es gibt ja ein paar Vegetarier unter uns aber bei denen besteht ja zumindest die Möglichkeit Butter, Milch, Käse und Eier zu essen. Viele Vegetarier essen auch Fisch und haben so die Möglichkeit an tierisches Fett zu gelangen, das ist als Veganer absolut nicht drin.

Ich denke du wirst dich zwischen den zwei Lebensarten entscheiden müssen. Entweder nur noch Obst und Gemüse essen oder dich mit LCHF artgerecht (für das Tier "Mensch") mit ökologischen Lebensmitteln und Fleisch von Tieren ernähren die nicht aus Massentierhaltung stammen.
06.12.16 = 119,7 kg Start LCHF
06.12.17 = 91,2 (-26,7)
11.11.18 = 79,7 (-40) :ymparty:
WHtR 7.1.17 = 0,7|11.11.18 = 0,48
BMI 6.12.16 = 41.8 | 11.11.18 = 28.2

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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon Einfach-nur-Anne » 15. April 2017, 19:49

Es ist mit Sicherheit nicht notwendig vegan übergewichtig zu werden - kenne Veganer und die sind schlank.

Man kann mit jeder Form der Ernährung schlank sein, wenn man nicht mehr zu sich nimmt, als man verbraucht (grob vereinfacht) - aber es ist unterschiedlich leicht dies zu erreichen und es ist unterschiedlich gesund - je nach Ernährungsform.

Viele KH haben die bekannten Auswirkungen auf den Insulinspiegel und steigern somit die Gefahr, dass man mehr isst, als man braucht.

Was übrigens die Platz und Proteingeschichte angeht. Wenn ein Tier Pflanzen frisst, dann verwertet es diese und wir verwerten wiederum das Tier - auf dem Weg gehen Nährstoffe verloren - deshalb benötigt man für eine Ernährung mit Tieren mehr Platz, als wenn man sich direkt von Pflanzen ernähren würde.
Was dabei allerdings nicht berücksichtigt ist, ist, dass bei der Umsetzung im Tier auch Umbauten stattfinden, die für uns einige Nährstoffe leichter zugänglich machen.

Ich kann es sehr gut verstehen, wenn du dich aus ethischen Gründen für eine vegana Ernährung entscheidest, obwohl ich persönlich denke, dass man auch verantwortungsbewusst mit dem Konsum von Fleisch, Eiern etc umgehen kann. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn es einen Weg gäbe, LCHF und vegane Ernährung zu verbinden, aber das ist nun einmal nicht wirklich möglich.

Liebe Grüße,

Anne
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Uhura
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon Uhura » 16. April 2017, 00:05

Ach, Badera, irgendwie bist Du ja schon ein kleiner Windmühlenkämpfer!
Lies mal bei Attila Hildmann - der berichtet von sich, er sei ein Moppel gewesen, bevor er Veganer geworden sei. Kochbücher hat er auch genügende veröffentlicht und es gibt Radio- Interviews und sicherlich auch Fernsehinterviews, die Du bei youtube ansehen kannst. Außerdem gibt es ein Forum für Veganer - vielleicht kann man Dir da Deine Fragen beantworten.
Ich kann Dir nur als Vegetarierin (mit nie erfüllbarem Wunschideal Veganismus) sagen:
mein Essen vor LC(HF) bestand zu 90% aus Kohlenhydraten - mit dem Ergebnis Übergewicht, schlapp, krank. Ich kenne aber zaundürre Veganer, über deren Gesundheitszustand kann ich leider nix sagen.

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KungFuPanda
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon KungFuPanda » 16. April 2017, 08:27

Ich möchte dazu anregen, diese Diskussion nicht so dramatisch zu gestalten, und zwar auch, weil immer wieder übersehen wird, wie unterschiedlich unsere Stoffwechsel "funktionieren". Der eine wird satt und bleibt schlank mit Veganismus inkl der KH, die nun einmal unvermeidlich da dranhängen, der andere kann mit seinem Stoffwechsel damit "nicht genug kriegen". Letzteres würde auf mich zutreffen.
Wenn ich einmal aus meinem eigenen Nähkästchen plaudern darf:
Meine Probleme fingen an, als meine Mutter beschloss, dass wir jetzt alle Vegetarier werden. Vorher gab es "alles" und ich erinnere mich nicht daran, dass es ein Thema gewesen wäre. Mit dem Vegetarismus begannen bei mir Hypoglykämien und vielleicht sogar schon sowas wie Gier und Unverträglichkeiten. Ich war 10 Jahre alt. Mit 12 war ich "krank".
Meine Mutter kommt sehr gut mit KH zurecht und kann sich nicht vorstellen, dass das für jemanden nicht zutrifft. Das Insulinmanagement ist nicht bei jedem gleich.

Manchmal "beneide" ich die Menschen, die sich gut vegetarisch oder vegan ernähren können, aber es geht nicht mit jedem Körper, nicht mit jedem Stoffwechsel.
Massentierhaltung, Allergien und Fanatismus sind Themen, die da mit hineingeraten und ich bin immer erleichtert, wenn es möglich ist, dies wieder voneinander zu trennen.

Vorsichtig auszuprobieren ist also die Aufgabe oder Möglichkeit für jeden einzelnen, aber es gibt wieder einmal keine allgemeingültigen Gesetze.
Mir macht es bis heute schwer zu schaffen, dass die sogenannte Fleischfresserei dermaßen verpönt und verurteilt wird. Deshalb versuche ich, mich dafür einzusetzen, die individuellen körperlichen Gegebenheiten als "Maßstab" oder Indikator zu nehmen und genau zu beobachten: "wie reagiere ich (!!) auf xy"

Ich muss immer wieder diese Schwelle überwinden, einzusehen, dass ich offenbar Fleisch brauche. Es ist so schwer, das zu akzeptieren und damit zurechtzukommen, wenn es aus der nächsten Umgebung so verurteilt wird, bis hin zu Abscheu und Ekel. Ich habe drei Jahre lang eine vegetarische LCHF-ERnährung mit vielen Eiern und Milchprodukten versucht und vertrage das leider nicht. Aus der Familie wurde mir dann vorgeschlagen, auf vegan umzusteigen. geht aber nicht, wenn das Insulin-Output dermaßen spinnt. Gegen die täglich auftretende Migräne soll ich KH essen. Meine Eltern sind Ärzte und wissen daher alles :)

Die Körper sind so unterschiedlich.
Aber die moralische Gewichtung erzeugt ganz neue Probleme. Finde ich.
Vielleicht hilft es, die eigenen Reaktionen wieder als Maßstab anzuerkennen und aufmerksam zu beobachten.
Auch wenn ich mich immer noch angesichts meines Kühlschrankinhalts sehr schlecht und schuldig fühle, das ist noch nicht wieder weggegangen.

Uhura
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Re: Vegan - Proteine und Fette

Beitragvon Uhura » 16. April 2017, 10:34

Badera, habe Dir ne PN geschickt.


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